Weniger bekannte Tipps für Ihre Tauchsafari
Eine Tauchsafari ist ein unvergessliches Abenteuer – Tage voller Tauchgänge, Kameradschaft und der Möglichkeit, einzigartige Meeresbewohner zu entdecken. Doch sorgfältige Planung ist unerlässlich für Sicherheit, Komfort und ein beruhigendes Gefühl. Von der richtigen Ausrüstung bis hin zum Verständnis von Notfallmaßnahmen – eine gute Vorbereitung macht den Unterschied. Hier sind 15 weniger bekannte Tipps, die Ihnen helfen, sich auf das Leben auf See vorzubereiten, damit Sie sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren können: das Tauchen genießen.

Oben: Tauchen zu den Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg in der Truk-Lagune
Versicherung: Tauchen, medizinische Versorgung und Evakuierung
Eine Tauchkrankenversicherung ist unerlässlich – Organisationen wie Divers Alert Network (DAN) oder DiveAssure decken die Dekompressionstherapie ab, die von Standardversicherungen möglicherweise nicht abgedeckt wird. Denken Sie auch an eine Reisekrankenversicherung sowie an eine Evakuierungs- und Rettungsversicherung. Bei schweren Verletzungen benötigen Sie unter Umständen einen Ambulanzflug für den Rücktransport. Achten Sie auf Policen, die auch eine Begleitperson für den Rücktransport abdecken.
Packen Sie leicht – und clever.
Packen Sie so leicht wie möglich. Überlegen Sie, ob Sie gut erhaltene Kleidung für die lokale Crew oder die umliegenden Gemeinden zurücklassen möchten. Bringen Sie einen leichten, wasserdichten Beutel für Ihre „Bootswäsche“ mit – geben Sie biologisch abbaubare Seife und Wasser hinein und lassen Sie die Bootsbewegungen den Beutel während des Tauchgangs bewegen. Nach dem Einweichen ausspülen und zum Trocknen aufhängen.
Erste-Hilfe-Grundlagen
Obwohl Boote Erste-Hilfe-Sets mitführen, sollten Sie Ihr eigenes mitbringen. Packen Sie antibiotische Salbe, Verbandsmaterial, orale Antibiotika, Mittel gegen Durchfall, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Erkältungs- und Grippemittel, Tabletten gegen Seekrankheit, antibiotische Ohrentropfen und riffschonende Sonnencreme (keine Sprays verwenden) ein. Je nach Reiseziel benötigen Sie möglicherweise auch Insektenschutzmittel. Bringen Sie zusätzliche Gesichtsmasken mit, um sich selbst zu schützen, falls jemand an Bord erkrankt.

Krankengeschichte und Medikamente
Im Notfall benötigt das medizinische Personal Ihre Krankengeschichte und Ihre aktuellen Medikamente. Erstellen Sie eine übersichtliche Liste mit den Wirkstoffnamen Ihrer Medikamente, der Dosierung und dem jeweiligen Anwendungszweck. Halten Sie die Liste einfach und übersetzen Sie sie gegebenenfalls – insbesondere für Reiseziele, wo Englisch nicht die Muttersprache ist.
Tipps zum Schutz der Tauchausrüstung und zum Umgang mit verlorenem Gepäck
Tauchausrüstung ist teuer, daher ist eine Versicherung ratsam – DAN bietet hierfür eine gute Informationsquelle. Minimieren Sie das Risiko, indem Sie einen Tracker (z. B. einen AirTag) in Ihrem aufgegebenen Gepäck anbringen. Kennzeichnen Sie Ihre Koffer mit auffälligem Klebeband und dem Flughafencode Ihres Zielortes und machen Sie ein Foto des gepackten Gepäcks. Verwenden Sie beispielsweise für eine Reise nach Chuuk gut sichtbares Klebeband mit der Aufschrift „TKK“, um die Identifizierung zu erleichtern.
Die richtige Tasche auswählen: Harte vs. weiche Taschen
Die Gepäckbestimmungen der Fluggesellschaften variieren je nach Buchungsklasse. Prüfen Sie diese daher sorgfältig vor der Buchung. Manchmal erhöht ein Upgrade Ihre Freigepäckmenge und den Komfort. An Bord des Schiffes kann Ihr Gepäck entweder auf dem Schiff oder an Land verstaut werden. Weiche, faltbare Gepäckstücke lassen sich oft leichter auf einem Schiff verstauen und sind starren Koffern vorzuziehen. Kleine Kunststoff-Munitionskisten sind leicht und können in weichen Taschen verstaut werden. Sie schützen empfindliche Gegenstände wie Masken während des Transports und bieten an Bord wasserdichten Schutz für Ihre Sachen.
Schuhwerk: An Bord und an Land
Flip-Flops oder Badeschuhe sind ideal für die Zeit an Bord, aber denken Sie an festes Schuhwerk für Landausflüge, Wanderungen oder kulturelle Besichtigungen. Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung kulturell angemessen ist. Nackte Beine oder unbedeckte Arme können mancherorts als unhöflich gelten.
Brandschutz und Ladegeräte
Laden Sie elektronische Geräte niemals in Ihrer Kabine und schon gar nicht unter Wasser. Jedes Tauchschiff verfügt über einen separaten Ladebereich, der von der Crew überwacht wird – insbesondere nachts, wenn die Gäste schlafen. Optimale Ladeeinrichtungen sind mit Sicherheitsvorkehrungen wie Rauch- oder Wärmemeldern, automatischen Feuerlöschanlagen oder Abschaltautomatik ausgestattet. Verwenden Sie ausschließlich vom Hersteller zugelassene Ladegeräte und hochwertige Steckdosenleisten. Trennen Sie Geräte und Ladegeräte stets vom Stromnetz, wenn Sie sie nicht benutzen.

Notfall-Fluchtpläne
Alle Dauerbewohner sollten Notfallübungen durchführen, einschließlich der Übung zum Sammeln auf dem Sammelplatz und der Durchführung des Verlassens des Schiffs. Nehmen Sie sich Zeit, den Weg von Ihrer Kabine an Deck über die primären und alternativen Fluchtwege zu üben – dies kann das Besteigen einer Leiter oder das Öffnen einer Luke erfordern. Stellen Sie sicher, dass die Fluchtwege frei und funktionsfähig sind. Üben Sie die Navigation bei schlechter Sicht, indem Sie Schritte zählen und Kurven merken. Es ist eine kleine Anstrengung, die lebensrettend sein kann.
Trockenkleidung: Nicht vom Wind verlieren
Wäscheklammern oder breite Klemmen sind unerlässlich, um Ausrüstung sicher an Deck zu trocknen. Alles, was nicht richtig befestigt ist, kann leicht wegwehen.
Flüssigkeitszufuhr und Abfall
Bringen Sie Ihre eigene wiederverwendbare Wasserflasche mit und denken Sie daran, Ihren Müll und leere Batterien wieder mitzunehmen, damit diese an Land ordnungsgemäß recycelt oder entsorgt werden können.
Schlafkomfort
Gemeinsame Schlafräume können laut oder hell sein. Packen Sie Ohrstöpsel und eine Schlafmaske ein, um besser schlafen zu können. Hörbücher oder entspannende Klangwelten können ebenfalls viel bewirken. Nehmen Sie eine kleine Stirnlampe mit, damit Sie unbemerkt zur Toilette gehen können, ohne die anderen zu wecken.
Kommunikation
Im Notfall, beispielsweise bei einem Bootsbrand, geht alles sehr schnell. Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, wie Sie mit einem Smartphone oder einem Gerät wie InReach einen Notruf absetzen. Prüfen Sie bei der Verwendung bestimmter Geräte wie GPS-Tracker, ob diese an Ihrem Reiseziel legal sind. In manchen Ländern kann das Mitführen eines solchen Geräts zu einer Gefängnisstrafe führen. Geben Sie Ihrer Familie eine Liste mit Ihrer Reiseroute, den Reisezielen, den Notfallnummern des Schiffes und den Kontaktdaten der örtlichen Konsulate. Informieren Sie sie außerdem darüber, ob auf See Internetkommunikation möglich ist.
Klug tauchen – nicht nur hart.
Manche Boote locken mit Herausforderungen wie dem „Iron Diver“-Award für das Absolvieren aller Tauchgänge. Sicherheit und Gesundheit haben jedoch oberste Priorität. Hören Sie auf Ihren Körper und zögern Sie nicht, einen Tauchgang auszusetzen, wenn Sie müde oder unwohl sind oder einfach eine Pause brauchen. Vermeiden Sie die „Urlaubsmentalität“, bei der Sie die üblichen Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigen. Kein Tauchgang ist einfach.

Trinkgeld und Wertschätzung der Crew
Planen Sie, Trinkgeld in bar zu geben – so kommt es direkt und ohne Abzüge bei der Crew an. Sie können Ihre Wertschätzung auch durch nützliche Tauchausrüstung zum Ausdruck bringen. An vielen Tauchplätzen ist hochwertige Ausrüstung teuer oder für die Crewmitglieder schwer zu ersetzen.
Sie haben viel investiert, um die Reise Ihres Lebens zu erleben. Eine sorgfältige Planung sorgt dafür, dass Ihre Reise sicher, angenehm und voller unvergesslicher Erlebnisse wird.
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Verfasst von Jill Heinerth, FRCGS, D. Lit. hc, Explorer-in-Residence der Royal Canadian Geographical Society, Unterwasserforscherin und Fotografin
